Brackieren: die laute Jagd

Die Brackierjagd ist sehr alt, wie auch Bracken zu den ältesten Hunderassen zählen. Brackiert wird meist auf Hasen oder Füchse. Wild kehrt, gemäß seiner Natur wieder in seinen Einstand zurück. Diesen Umstand nutzt man beim brackieren. Der Hund folgt dem Wild ständig Laut gebend.

Das Brackieren basiert auf der Standorttreue des Haarwildes. Wild kehrt, wenn es gejagt wird, oft zu seinem Ausgangspunkt zurück, am Ende dieser Brackier- Route wartet der Jäger.
Beim Brackieren arbeitet der Hund mit tiefer Nase, wichtig ist hier ein spurtreuer, selbständig suchender Hund. Es geht hier in erster Linie nicht um das Hetzen und stellen oder gar abfangen des Wildes sondern um das gezielte jagen und zutreiben. Günstige Plätze zum Anstellen sind Wechsel. Der Hund übt beim Brackieren keinen direkten Druck auf das Wild aus, daher nimmt es oft althergebrachte Wechsel. Wichtigste Kennzeichen beim Brackieren das ständige Laut geben. Beim Brackieren arbeitet der Hund langsamer auf der Fährte, das ständige Laut- geben verbraucht schließlich Kraft.
Faszinierend am Brackieren ist die Vielzahl an Lauten, mit denen der Hund mit dem Jäger komuniziert. Tonfall und Lautstärke geben Auskunft über die Entfernung zum Jäger, der Hund zeigt auch an, was er gerade tut. Das Geläut ist besonders wichtig, wenn es gilt krankes Wild zu stellen oder bereits erlegtes Wild zu finden und zu verweisen. Der Hund informiert durch sein Geläut aber nicht nur den Jäger über seinen Standort, sondern auch das Wild. Damit wird der jagende Hund für das Wild zu einem berechenbaren Verfolger. Es richtet sein Fluchtverhalten danach aus. Das Wild wird zwar getrieben, dadurch, dass der Hund keinen direkten Druck ausübt, wird eine kopflose Flucht unterbleiben.
Heute wird oft auf Hasen oder Füchse brackiert, in der Vergangenheit wurde auch bei der Jagd auf Schalenwild das Brackieren praktiziert. In anderen Ländern wird auch mit der Meute gejagt, beim Brackieren wie es in Österreich verstanden wird, arbeitet der Hund als „Solojäger“. Ein laut jagender Hund kann aber auch bei der Nachsuche von Vorteil sein und ist bei der Schweißarbeit ein unerlässlicher Jagdhelfer.