Feldhasenbestände in Deutschland nehmen ab

Derzeit leben in Deutschland mindestens 4 Millionen Feldhasen, was im Schnitt 12 Hasen pro Quadratkilometer bedeutet. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler und Jäger, die für das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) jährlich im Frühjahr und Herbst die Hasenbestände in mehr als 400 Referenzgebieten ermitteln.

Vergleicht man nach Angaben des Deutschen Jagdschutz- Verbandes die Herbstzählungen der Jahre 2010 und 2011, so wurde ein Hase pro Quadratkilometer weniger gezählt. Obwohl seit 2009 beim Feldhasen die Nettozuwachsrate - also die Bestandszunahme zwischen Frühjahrs- und Herbstzählung - bei durchschnittlich 10 % liege, hätten die Hasenbestände in Jahresvergleich leicht abgenommen. Wissenschaftler sehen einen entscheidenden Grund für den leichten Bestandsabbau in den überdurchschnittlich kalten und lang andauernden Wintern 2009/10 und 2010/11.

Maisbau schuld?!
Weitere mögliche Gründe für den Rückgang liefere eine Untersuchung von WILD-Daten der Jahre 2004 bis 2009 zur Flächennutzung und zu den Feldhasenzahlen in Rheinland-Pfalz: Demnach wirke sich insbesondere der Anbau von Mais auf immer größeren Feldern negativ auf die Bestände aus; zudem gingen durch die andauernde Zusammenlegung von Feldern Ackersäume und Brachflächen verloren, die jedoch nachweislich positiv für den Hasen seien. Deshalb sollten zum Schutz des Feldhasen und anderer spezialisierter Arten in der Kulturlandschaft mehr ökologische Vorrangflächen eingerichtet werden.

Unterschied zwischen den Regionen
Außerdem fordert der DJV eine effektive Fangjagd, denn neben widriger Witterung und schwindendem Lebensraum seien räuberische Allesfresser wie der Fuchs die größte Gefahr für spezialisierte Arten wie den Feldhasen. Das brandenburgische Landwirtschaftsministerium meldete ebenfalls einen rückläufigen Hasenbestand auf den märkischen Feldern und Wiesen. Untersuchungen hätten ergeben, dass die Hasenbesätze über die Jahre stabil geblieben seien, sich aber immer noch auf vergleichsweise geringem Niveau befänden. In den letzten Jahren seien in Brandenburg durchschnittlich sechs Hasen pro Quadratkilometer gezählt worden. Wesentlich wohler fühlten sich die Hasen offenbar im nordwestdeutschen Tiefland, wo sich im Schnitt durchschnittlich mehr als 30 Hasen auf einem Quadratkilometer tummelten.