Fuchsräude

Jetzt beginnt die Zeit des Fuchspassens. Passionierte Fuchsjäger harren dabei ja ganze Nächte mit Ansitzsack und Muff gut geschützt in der eisigen Kälte aus. Die Zeit der Fuchsjagd ist aber immer auch ein Grund sich mit Krankheiten des Rotfuchses zu befassen. Wir haben die Fuchsräude gewählt, zumal sie auch auf Menschen und Haustiere übertragen werden kann.Verursacher der Fuchsräude ist eine Grabmilbe mit dem klingenden Namen Sarcoptes scabiei. Besonders betroffen sind von ihr die Fleischfresser wie Rotfuchs aber auch Wölfe, Kojoten, Bären, Polarfüchse und Luchsen. Die Sarcoptes- Milben leben in der obersten Hautschicht. Sie ernähren sich dort von Gewebs- und Zellflüssigkeit. Die Weibchen bohren Gänge in die Haut, wo sie ihre Eier ablegen. Die Nymphen (Jugendstadien) halten sich auf der Körperoberfläche auf. Die Infektion erfolgt nur durch direkten Kontakt mit infizierten Individuen oder indirekt durch Kontakt mit infizierten Hautkrusten. Epidemieartige Räudeausbrüche sind vor allem bei sozial lebenden Raubtieren wie Fuchs oder auch Wolf möglich. Die Gefahr der Übertragung ist besonders bei der bevorstehenden Ranz der Rotfüchse durch den vermehrten Kontakt zwischen den Tieren massiv erhöht. Die Krankheit verläuft bei Wildtieren in der Regel tödlich. Die Auswirkungen auf eine Population hängt von der Fuchsdichte ab, was an der Übertragungsart liegt.
Forscher vom Institut für Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover warnen vor dem Unterschätzen der Fuchsräude. Die Gefahr einer Ansteckung von anderen Wildarten oder von Haushunden und – katzen und damit für den Mensch sollte bei einer Diskussion über das Thema nicht unterschätzt werden.
Die Milben sind ja sehr aktiv, ein Weibchen legt während seiner drei- bis vierwöchigen Lebenszeit ca. 50 Eier. Die Entwicklung vom Ei über ein Larven- und zwei Nymphenstadien
zum erwachsenen Männchen dauert 10 – 14 Tage. Beim Weibchen dauert sie 21 Tage.
Ohne Wirt überlebt die Milbe maximal 18 Tage.
Grundsätzlich ist als Leitsymptom hochgradiger Juckreiz zu nennen. Weiters noch vermehrte Schuppenbildung ist anfangs an den Ohrrändern, dem Augenbogen und am Nasenrücken, also im Kopfbereich zu beobachten. Auch die Extremitäten – besonders Ellbogen u. Sprunggelenk, Unterbauch und Schenkelinnenseiten sind häufig betroffen. Bei Füchsen die erlegt werden und deren Aussehen Räude vermuten lässt, ist wegen der Übertragungsgefahr das Tragen von Handschuhen unbedingt zu empfehlen.