Gamsblindheit – Infektiöse Keratokonjunktivitis
Gamsblindheit ist eine seuchenhaft auftretende Augenerkrankung. Sie kommt im gesamten Alpenraum vor. Betroffen sind davon Gamswild und Steinwild. Die Gamsblindheit kann auch zwischen Wildtieren und Haustieren (weidende Ziegen etc.) übertragen werden.
Die Ansteckung mit Gamsblindheit erfolgt durch direkten Kontakt, es wird auch vermutet, dass Fliegen bei der Übertragung eine Rolle spielen. Typisch für das Krankheitsbild bei der Gamsblindheit ist das Erscheinen einer Sekretstraße an den Wangen als erstes sichtbares Symptom. Weiters sind Hornhautveränderungen zu nennen. Hierbei handelt es sich um eine Durchlöcherung bzw. Trübung der Hornhaut. Die Symptome treten meist gemeinsam auf. Die Gämsen zeigen durch die Sehbehinderung Verhaltungsstörungen. Häufig sind auch Kitze von dieser Krankheit betroffen. Der größere Teil der erkrankten Tiere zeigt nur milde Symptome die innerhalb weniger Wochen wieder verschwinden. Es kann aber auch zum Tod durch die verbleibende Erblindung kommen. Hierbei sind Verhungern, Absturz oder auch eine Lungenentzündung als Todesursache zu nennen. In einem geschlossenen Gebiet dauert die seuchenhafte Phase rund 6 Monate.
Der Tierkörper ist genusstauglich, wenn keine Abmagerung besteht und die veränderten Teile entfernt wurden.
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