Haltungsbedingungen für den Jagdhund – das sagt das Tierschutzgesetz

Der Hund ist des Jägers bester Freund und Jagdhelfer. So mancher Jäger und so manche Jägerin hat zu ihrem Hund eine enge Verbindung, die gemeinsamen Erlebnisse schweißen einen schließlich zusammen. Gerade was die Haltung von Hunden betrifft, gibt es manchmal Unklarheiten. Jagdaktuell.com hat für sie die wichtigsten Punkte aus dem Österreichischen Tierschutzgesetz zusammengefasst.

 

 

 

Allgemeine Anforderungen an das Halten von Hunden

  1. mindestens einmal täglich ausreichend Auslauf
  2. mindestens 2 mal täglich  Sozialkontakt mit Menschen
  3. mehrere Hunde in Gruppe halten (Ausnahme wenn unverträglich oder aus veterinärmedizinisch induzierten Gründen)
  4. Welpen dürfen erst in einem Alter von über 8 Wochen alt von Mutter getrennt werden(Ausnahme veterinärmedizinisch induzierte Gründe zum Schutz für Mutter oder Welpen; aber auch dann Welpen in Gruppe halten)
  5.  Maulkörbe: müssen derGröße und Kopfform des Hundes angepasst und luftdurchlässigsein,  Hecheln und die Wasseraufnahme muss möglich sein


Anforderungen an das Halten von Hunden im Freien

  1. nur erlaubt wenn der Hund auf Grund von Rasse, Alter, Gesundheitszustand dazu fähig ist und Gelegenheit hatte, sich an Witterungsverhältnisse anzupassen
  2. Schutzhütte ist bei Haltung im Freien Pflicht, weiters außerhalb der Hütte noch ein witterungsgeschützter, schattiger, wärmegedämmter Liegeplatz
  3. die Schutzhütte soll aus wärmedämmendem Material sein, der Hund darf sich nicht daran verletzen können und muss trocken liegen können. Der Zugang soll von der Wetterseite abgewandt sein. Wichtig ist eine geeignete Unterlage, die trocken und sauber gehalten werden kann. Die Hütte muss so bemessen sein, dass sich der Hund darin verhaltensgerecht bewegen und hinlegen kann und den Innenraum mit seiner Körperwärme warm halten kann, sofern die Schutzhütte nicht beheizbar ist.
  4. Werden Hunde im Freien in Gruppen gehalten, so müssen die Hundehütten und Liegeplätze so dimensioniert und in so großer Zahl vorhanden sein, dass alle Tiere der Gruppe sie gleichzeitig konfliktfrei nützen können.


Anforderungen an die Zwingerhaltung

  1. dauernde Zwingerhaltung ist verboten, mindestens einmal täglich Bewegung außerhalb des Zwingers
  2. uneingeschränkt benutzbare Zwingerfläche 15 m² (exklusive  Platz für die Hundehütte), jeder weiteren Hund bzw. Hündin mit Welpen bis 8 Wochen zusätzlich 5 m²
  3. die Einfriedung soll vom Hund nicht zerstörbar und  nicht überwindbar sein, er darf sich nicht daran verletzen können. Sie muss mindestens 1,8 m hoch sein und ausreichend tief im Boden verankert.
  4. Die Hauptwetterseite Zwinger muss geschlossen ausgeführt sein, Zwingertüren sind innen mit Drehknauf ausgestattet und nach innen aufgehend.
  5. der Zwingerboden und alle Einrichtungen des Zwingers müssen so gewählt und gestaltet werden, dass die Gesundheit der Hunde nicht beeinträchtigt wird und dass sie sich nicht verletzten können. Der Boden ist so auszuführen, dass Flüssigkeit abfließen kann. Trennvorrichtungen so, dass sich die Hunde nicht gegenseitig verletzten können.
  6. Mindestens eine Seite des Zwingers muss dem Hund freie Sicht nach außen ermöglichen. Außerhalb der Hundehütte soll eine Liegefläche aus wärmedämmendem Material bereitgestellt werden. Das Innere des Zwingers muss sauber, ungezieferfrei und trocken gehalten werden.
  7. Der Zwinger muss ausreichend natürlich beleuchtet sein.
  8. Für den Hund müssen jederzeit schattige Plätze zur Verfügung stehen.
  9. In einem Zwinger dürfen bis zu einer Höhe, die der aufgerichtete Hund mit den Vorderpfoten im Sprung erreichen kann, keine stromführenden Vorrichtungen, mit denen der Hund in Berührung kommen kann, oder Vorrichtungen, die elektrische Impulse aussenden, angebracht sein.
  10.  mehrere Hunde auf einem Grundstück einzeln in einem Zwinger gehalten, so sind die Zwinger so anzuordnen, dass die Hunde Sichtkontakt zu anderen Hunden haben. Bei unverträglichen Hunden ist Sichtkontakt untereinander zu verhindern.