Krähenjagd - intelligente Vögel im Visier

Quelle: Wikipedia

Effektive Bejagung von Krähen setzt einiges an Wissen und Erfahrung voraus. Krähen sind neugierig, lernfähig, intelligent und sozial organisiert. Diese Eigenschaften machen Sie mancherorts bereits jetzt zur Plage, wenn hektarweise Obst und Gemüse vernichtet wird, Setzlinge und Getreide einfach ausgerissen werden und Jäger wie Grundeigentümer der Herausforderung ratlos gegenüber stehen. Tipps zur Krähenjagd holten wir uns vom Experten.

Arten von Krähen:
Unterschieden wird zwischen Saatkrähe und Aaskrähe. Die Saatkrähe ist leicht erkennbar durch den unbefiederten und deshalb überproportional groß wirkenden Schnabel.
Zu den Aaskrähen zählen in Europa die Rabenkrähe und die Nebelkrähe, welche durch Ihre Graufärbung leicht zu erkennen ist.
Weitere Krähenvögel deren Abschussrichtlinien derzeit von Jägerschaften, Naturschützern und Grundeigentümern heiß diskutiert werden sind die Elster und der Eichelhäher.

Eigenschaften von Krähen:
Krähen sind neugierig:
Das bedeutet, dass sie ohne große Scheu an Veränderungen herantreten und ihre Umwelt aufmerksam inspizieren. Diese Eigenschaften sollte sich der Jäger zu Nutze machen.
Krähen sind lernfähig:
Krähen prägen sich positive und negative Erlebnisse ein. Für den Jäger kann dies zum Problem werden.
Krähen sind intelligent:
Krähenvögel sind in der Lage Werkzeuge zu verwenden und komplexe Lösungen für Probleme zu entwickeln. Sie lernen nicht nur durch Versuch und Irrtum.
Krähenvögel sind sozial und kommunikativ:
Krähen kommunizieren miteinander, warnen ihre Artgenossen und geben Informationen weiter. Der "Fehler" eines Jägers wird also umgehend ausgenützt und weiter transportiert.

7 goldene Regeln der Krähenjagd:
1. Tarnung perfektionieren (Camouflage-Schirm, Camouflage-Bekleidung, naturliche Gegebenheiten nutzen)
2. Nur intakte und sogenannte "beflockte" Lockvögel verwenden (auch Artfremde erhöhen die Attraktivität)
3. Lockvögel naturgetreu aufstellen und "Auffälligkeiten" vermeiden (nicht schief, liegend, etc. präsentieren)
4. Wächterkrähen postieren (Wächterkrähen sitzen am Rand der Gruppe auf einem Aussichtsposten)
5. Abwechslung ist Trumpf (geben Sie Krähen keine Chance Muster zu erkennen, nützen Sie deren Neugierde)
6. Krähenjagd ist Hand- und Beinarbeit (Autos werden wiedererkannt, Tarnungen müssen neu aufgebaut werden, Strukturen müssen geschaffen werden, etc. - für "Gemütliche" ist die Krähenjagd nichts!)
7. Arbeiten Sie an sich (Schiesstraining, Beobachtungsgabe und Jagdinstinkt sind unerläßlich)

7 Todsünden der Krähenjagd:
1. keine Tarnung (wer glaubt Krähen wie Enten bejagen zu können, wird sich nach dem dritten Jagdtag wundern!)
2. Farben bei Lockvögeln (Verwenden Sie ausschließlich mattschwarze Lockvögel, alles andere erscheint suspekt)
3. mangelnde Abwechslung (Krähen erkennen Muster, eine gleiche Gruppenformation, fehlende Wächterkrähe, etc. werden mit Gefahr in Verbindung gebracht)
4. "blindes" und unüberlegtes Jagen (wer nur mit Flinte bewaffnet auf Krähenjagd geht, wird die Schussdistanz von mal zu Mal erhöhen, bis schließlich nur noch ein kleinkalibriger Kugelschuß möglich ist und alles von vorne beginnt.)
5. "Gummipirsch" und Autonähe (Krähen verknüpfen bereits nach der ersten Jagd ihr Auto mit Gefahr. Lassen Sie das Auto in einer Entfernung von mehr als 300m stehen, um keinen Verdacht zu erwecken.)
6. Kleines Schrot (verwenden Sie für die Krähenjagd Schrot ab 3mm um Erfolg zu garantieren)
7. Glauben Sie nicht, Sie wüssten über Krähen Bescheid (ständige Änderungen im Verhalten sind der Fluch, aber auch der Reiz bei der Jagd auf Krähenvögel)