Tierische Invasoren breiten sich schnell aus

Tierische Invasoren wie Waschbär, Marderhund und Mink breiten sich in Deutschland schnell aus. Das zeigt das jüngste Wildtier-Monitoring des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV), dessen Ergebnisse vergangene Woche auf dem Bundesjägertag in Pforzheim vorgestellt wurden.

Dazu haben Jäger 2011 deutschlandweit in mehr als 27 000 Jagdrevieren das Vorkommen invasiver Arten ermittelt und über das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) wissenschaftlich auswerten lassen. Vor allem für den Waschbären habe man hohe Zuwächse registriert, berichtete der DJV. Die Art komme inzwischen von Nordrhein-Westfalen über Hessen bis nach Brandenburg vor. In seinem Kernlebensgebiet - Hessen, Thüringen, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt - sei der aus Nordamerika stammende Kleinbär mittlerweile in 66 % der Jagdreviere vertreten. Zum Zeitpunkt der ersten Zählung im Jahr 2005 seien es noch 45 % gewesen. Der aus Russland bis an die deutsche Nordsee eingewanderte Marderhund habe sich vor allem in Sachsen-Anhalt stark vermehrt und sei in deutlich mehr Revieren gesichtet worden als 2005, berichtete der DJV. Der Mink habe dasselbe Kerngebiet wie der Marderhund, allerdings nur einstellige Zuwächse beim Vorkommen in Jagdrevieren. Waschbär, Marderhund und Mink seien schädlich für heimische Tierarten, so der DJV. Der Verband fordert daher von der Bundesregierung ein verstärktes Monitoring nichtheimischer Arten sowie effektive Kontrolle der Bestände. Unabdingbar sei dabei der Einsatz von Fallen, weil Waschbär, Marderhund und Mink nachtaktiv seien. Ein Verbot der Fallenjagd, wie es von manchen Kreisen gefordert werde, wäre kontraproduktiv für den Naturschutz.