Waschbär und Marderhund in Deutschland auf dem Vormarsch

Die Bekämpfung von Raubwild ist ein stets aktuelles Thema unter Jägern. Deutschland sieht sich aber neuen Herausforderungen gegenübergestellt, da Marderhund- und Waschbärpopulationen rasant zunehmen.

 Nach Angaben des Deutschen Jagdschutz-Verbandes (DJV) haben sich besonders die beiden Raubsäugerarten Waschbär und Marderhund in der Bundesrepublik rasant verbreitet. Die Ausbreitungsdynamik wird durch aktuelle Zahlen belegt, die mit dem Wildtierinformationssystem der Länder Deutschlands (WILD) erfasst wurden.
Laut DJV ist die Zahl der erlegten Waschbären und Marderhunde innerhalb von zehn Jahren auf das Neunfache angestiegen. Im Jagdjahr 2008/09 kamen mehr als 54 000 Waschbären zur Strecke; das waren über 18 000 mehr als im Vorjahr. Außerdem erlegten die Jäger in der vergangenen Saison gut 30 000 Marderhunde. Hier liegt die Strecke zwar um 5 000 Tiere unter dem Vorjahresniveau; allerdings hatten Seuchenzüge von Staupe und Räude den Bestand kurzzeitig stark dezimiert.

DJV-Präsident Jochen  B o r c h e r t  hält eine effektive Kontrolle von Waschbär, Marderhund und anderer invasiver Arten zum Schutz der Artenvielfalt in Deutschland für zwingend erforderlich. Vor allem heimische Boden- und Höhlenbrüter seien sonst gefährdet. Waschbär und Marderhund seien besonders konkurrenzstarke Raubsäuger, die nur wenige Ansprüche an den Lebensraum stellten, sich schnell vermehrten und bei der Nahrung wenig wählerisch seien. Hinzu komme das Fehlen natürlicher Feinde. Internationale Artenschutzabkommen wie das Übereinkommen über die biologische Vielfalt und die Berner Konvention forderten deshalb eine strikte Kontrolle von Waschbär und Marderhund, so Borchert. Die Bejagung der dämmerungs- und nachtaktiven Räuber mit der Waffe sei allerdings schwierig. Deshalb sei die Fallenjagd unerlässlich.

Quelle: AgE