Wildbrethygiene

Brucellose bei Feldhase und Wildschwein

Die Schweinebrucellose ist in Österreich seit 1994 anzeigepflichtig. Erreger ist Brucella suis, in Österreich bereits 1957 erstmals nachgewiesen. Da es sich um eine Zoonose handelt, ist auch für Jäger Vorsicht geboten.

Bluterguss von .223 und auffällige Verfärbung des Wildbretes - eine Geschichte die es in sich hat!

  Im Zuge der Abschusserfüllung erlegte ein Bekannter ein Rehkitz mit seiner .223-er. Das kleine Kaliber schien passend und die Schussdistanz betrug rund 100-120m - mit guter Auflage kein Problem. Aufgrund einer besonderen Situation konnte das Stück erst etwa dreieinhalb Stunden später aufgebrochen und aus der Decke geschlagen werden. Was wir da sahen, überraschte uns beide!

Auskühlen - 8. Gebot der Serie "Wildbret vom Ansprechen bis zur Zubereitung" von OVR Univ.Doz. Dr. Armin Deutz

 Nur ein unverzügliches Aufbrechen ermöglicht die notwendige Kühlung des Wildkörpers. Das Auskühlen des Wildkörpers sowie das Abtrocknen der Körperhöhlenoberflächen müssen vor Insekten geschützt, im Hängen stattfinden. Die stickige Reifung hat viele Ursachen.

"Wildbret vom Ansprechen bis zur Zubereitung" Wildbrethygiene - Serie von OVR Univ.-Doz. Dr. Armin Deutz

  „Die 10 Gebote“ der Wildbrethygiene - 7. Gebot: Ausbluten („Ausschweißen“), Reinigen
Noch körperwarme Wildkörper sollen mit Trinkwasser gereinigt, bereits abgekühlte dürfen nicht „gewaschen“ werden und das Öffnen der „Brandadern“ bringt nichts – Näheres in diesem Beitrag.

Aufbrechen: Regeln für hygienisches Arbeiten

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Herbstzeit ist Jagdzeit. Wenn wieder die Gesellschaftsjagden beginnen, sollte man sich auch die Regeln für den hygienischen Umgang mit Wildfleisch in Erinnerung rufen. Oft wird vergessen, dass es sich hier um ein Lebensmittel handelt. Wir Jäger wollen doch auch, dass mit dem, was wir essen im Vorfeld hygienisch umgegangen worden ist.

"Innerlich feststellbare Veränderungen erkennen" von Univ. Doz. Dr. Armin Deutz

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6.Gebot der Wildbrethygiene aus der Serie "Wildbret vom Aufbrechen bis zur Zubereitung"

Für das Erkennen von Organveränderungen oder anderen Auffälligkeiten (z.B. Bauchhöhlenwas-sersucht) im Zuge des Aufbrechens ist es notwendig, dass einem Größe, Lage, Farbe und Konsistenz sowie Oberfläche von gesunden Organen bekannt sind. Nur ein auf das „Normalbild“ geschulte Auge erkennt dann auch geringradigere Abweichungen.

"Ehebaldigst, sorgsam und sauber Aufbrechen" - das 5. Gebot der Wildbrethygiene nach Univ. Doz. Dr. Armin Deutz

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Oft passieren „Weichschüsse“ erst beim Aufbrechen! Das Aufbrechen sollte unter Aufsicht eines Geübten erlernt werden. Grundvoraussetzung sind Mindestkenntnisse über die Lage der Organe, ein scharfes Messer sowie gutes Licht (erforderlichenfalls eine Stirnlampe!).

Äußerlich erkennbare Veränderungen erkennen - 4. Gebot der Serie „Wildbret vom Ansprechen bis zur Zubereitung“ von Univ.-Doz. Dr. Armin Deutz

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Äußerlich erkennbare Veränderungen – besonders ältere, offene Verletzungen – dürfen nicht ignoriert werden, zumal von solchen Wunden häufig Eitererreger über den Blut- oder Lymphweg abwandern und in anderen Körperregionen Abszesse verursachen können. Zudem haben solche Stücke oft Fieber. Auch Ekel erregende Veränderungen (z.B. Hautdasseln) bedingen eine Untauglichkeit des Stückes.

Weichschuss vermeiden - 3. Gebot der Serie „Wildbret vom Ansprechen bis zur Zubereitung“ von Univ.-Doz. Dr. Armin Deutz

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Die Lage der Innenorgane bei Wildtieren wird häufig falsch eingeschätzt. Direkt an das Zwerchfell schließen die Leber, die dem Pansen (Weidsack) kuppelförmig aufsitzt, und darunter der Netzmagen an. Das Zwerchfell spannt sich von oben in ca. mittlerer Rückengegend nach unten vorne fast in den Ellbogenbereich. Je tiefer der Schuss sitzt, desto leichter kann es also zu Weichschüssen kommen. Die alten Grundsätze „einige Finger hinterm Blatt“ oder noch nachteiliger „mitten drauf“ provozieren einen Weichschuss, nicht nur mit Nachsuche-, sondern auch mit Hygieneproblemen.

„Wildbret vom Ansprechen bis zur Zubereitung“ - 2.Gebot: Schonende Jagdmethode (Serie von Univ.Doz. Dr. Armin Deutz)

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„Die 10 Gebote“ - 2. Gebot: Schonende Jagdmethode
Die Jagdart hat einen wesentlichen Einfluss auf die spätere Wildbretqualität. So liegt der Oberflä-chenkeimgehalt bei auf Treibjagden erlegten Rehen bereits unmittelbar nach dem Aufbrechen bei 10 Mio. Keimen/cm2, während er bei den auf Einzeljagd (Ansitz-, Pirschjagd) erlegten Rehen nur etwa 100.000 Keime/cm2 beträgt. Dafür verantwortlich sind neben dem bei Bewegungsjagden häufig schlechteren Sitz des Schusses das meist verzögerte Aufbrechen sowie ein verspätetes Kühlen (Streckenlegung!).

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