Wildwinterfütterung: Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung leisten
In einigen Regionen unseres Landes zeigt der Winter seine Zähne während anderswo bereits die Schneeglöckchen blühen. Klar, dass mancherorts das Wild gefüttert wird. Auch so mancher nichtjagende Zeitgenosse will dem vermeintlichen Tierleid Abhilfe schaffen, wir Jäger wissen, dass dieser Schuss nach hinten los gehen kann, aber Andere nicht.
Wie wir an der Entwicklung der Schwarzwildpopulation oder auch anderer Kulturfolger sehen, gehört der urbane, städtische Raum längst nicht mehr nur dem Menschen. In den Randbezirken Wiens fühlt sich so manches Wild wohl und Waschbär und Co. finden sich ohnehin auch in der Innenstadt ein. Sehen Spaziergänger eine leere Futterraufe im Winter, so wird dies automatisch mit Tierleid assoziiert. Fütterungsversuche können aber gehörig in die Hose gehen und vor allem für das Wild schlimme Konsequenzen haben. Aus Unwissenheit finden sich dann immer wieder Brot oder auch Speisereste teilweise sogar in der Fütterung. Bei den Wildwiederkäuern verkleinert sich der Pansen im Winter, die Pansenzotten bilden sich zurück, die ganze Physiologie ist auf Fasten eingestellt. Unsachgemäße Fütterung führt hingegen zu Koliken und unter Umständen auch zum Tod. Was aber einen Pflanzenfresser wie das Reh krank macht, freut Wildschwein, Fuchs und Wachbär. Dies sind aber Arten die ohnehin ausreichend Nahrung finden und wohl auch vom jagdlichen Standpunkt her nicht gefüttert werden sollen. Aufklärungsarbeit bei der Bevölkerung ist also wichtig. Aber was sollen wir Jäger noch alles machen? So mancher Jagdpächter im dichter besiedelten Raum ist ohnehin häufiger mit der nichtjagenden Bevölkerung konfrontiert, die die Jägerschaft mitunter sehr sensibel beobachtet. Im stillen Bergrevier ist das Beschicken der Fütterungen ungleich schwieriger, daher ist der Jäger bei seiner Tätigkeit auch meist allein. Trotzdem steht es in unserer Verantwortung als Heger der gutmeinenden Bevölkerung klar zu machen, dass sie den Tieren nichts Gutes tut. Das Brot verschimmelt schnell und die Schimmelpilzsporen sind nicht unbedingt bekömmlich für das Wild. Außerdem würde Fett das in Speiseresten enthalten ist, das sensible Mikrobensystem, dass im Pansen herrscht stören. Es gilt auch unseren Mitmenschen klar zu machen, dass beispielsweise der Hirsch im Winter ohnehin auf Energiesparmodus schaltet. Weniger Bewegung und ein verlangsamter Herzschlag bedeuteten auch einen geringeren Energieverbrauch, denn die Intensität des Stoffwechsels werde drastisch reduziert. Ein Waldspaziergang, vielleicht noch mit dem nicht angeleinten Hund bedeutet für das Wild enormen Stress und gerade jetzt im Jänner und Februar wo die Energiereserven schon aufgebraucht sind, kann dies gravierende Folgen haben.
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